First in Flight

Lassen wir mal historische Diskussionen beiseite, wer wann wo als Erster geflogen ist, sei es segelnd oder mit Motor, so ist es in jedem Fall beeindruckend auf der Düne in Kill Devil Hills am Atlantik zu stehen, von der die Brüder Orville und Wilbur Wright zum ersten Mal einen Segelhüpfer gemacht haben und später auch die Premiere der motorisierten Luftfahrt hingelegt haben.

Das Foto ist von der Spitze der Düne gemacht und die vier kleinen weissen Punkte rechts oben auf dem Rasen markieren die Länge der ersten Flüge. „First in Flight“ weiterlesen

Aufräumarbeiten

Seit gestern bin ich auf den Outer Banks, ein schmaler Streifen schier endloser Strand, der Ostküste vorgelagert, im Atlantik. Von Virginia bis weit nach North Carolina, Meile um Meile Hotels, Resorts, Ferienappartements. Eigentlich nur eine breite Sanddüne und das war vor gut einer Woche auch das Problem. Hurrikan Dorian ist hier drübergegangen, Landfall, nicht nur die Ausläufer, das Zentrum des Wirbels. Die Schäden war nicht so groß, wie vorher befürchtet, jedenfalls nicht hier, in Kill Devil Hills. Aber einige Straßen stehen immer noch unter Wasser.

Auf vielen Dächern werden noch Löcher repariert und auch in meinem Hotel gab es Wasserschäden. Mir hat das ein Upgrade gebracht, eine komfortable Zwei-Zimmer-Wohnung, „Aufräumarbeiten“ weiterlesen

Drei auf einen Streich

In meinem Leben habe ich noch keinen Flugzeugträger gesehen. Bilder, Filme, ja. Aber einen wirklichen, groß wie ein Gebirge, 5.000 Mann und Frau Besatzung? Bisher nicht.

Und nun bin ich den dritten Tag am Strand der Chesapeake Bay und bereits zum zweiten Mal kommt einer vom Atlantik in die Bay auf dem Weg zum Hafen Norfolk vorbei. Eigentlich eine nette Abwechslung, die mir die U.S. Navy da bereitet. War aber wohl doch nicht gedacht mich zu beeindrucken. Kurz vor Hurrikan Dorian hatte die Navy 20 Schiffe auf den offenen Atlantik verlegt und jetzt kamen sie der Reihe nach zurück. Auf See waren sie sicherer als im Hafen. Was den Begriff “sicherer Hafen” irgendwie seltsam klingen lässt. „Drei auf einen Streich“ weiterlesen

Unwirtlich, Ungeziefer verseucht, ohne Frischwasser

Hier geht es nicht um eine Hotelbeschwerde, vielmehr um den Platz, den sich rund 200 Siedler aus England, alles Männer und Jungen, ausgesucht hatten, als sie sich 1607, vor 402 Jahren am James River niederliessen.

Mit drei Schiffchen waren sie viereinhalb Monate unterwegs und landeten hier: Jamestown, die erste ständige englische Siedlung auf nordamerikanischem Boden war nicht das Paradies, sondern die Hölle auf Erden: insektenverseuchter Sumpf, der Fluss war hier, 15 Meilen vom Atlantik, noch voller Salzwasser. „Unwirtlich, Ungeziefer verseucht, ohne Frischwasser“ weiterlesen

… all men are created equal…

Der Schöpfer dieses berühmten Satzes der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 ist Thomas Jefferson, später Präsident der Vereinigten Staaten.

“We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.”

Sein Ruhesitz Monticello liegt oberhalb von Charlottesville, VA, damals inmitten einer Plantage die ca. 20 Quadratkilometer Grund umfasste.

Jefferson, sicher einer der bedeutendsten Geister seiner Zeit, zeigte aber auch die Widersprüchlichkeit seiner Zeit. In seiner gesamten Lebenszeit besass er über 600 Sklaven, ererbt, gekauft, verkauft. “Liberty, and the pursuit of happiness” galt für sie nicht. „… all men are created equal…“ weiterlesen

So viel Wald

Nach dem eher düsteren Kapitel „Bürgerkrieg“ heute mal was zur Entspannung. Der Shenandoah-Nationalpark schützt seit 1935 ein riesiges Waldgebiet in Virginia. Und auf dem Kamm des Mittelgebirges verläuft in einer Höhe bis ca. 1200 Meter über 170 Kilometer der Skyline-Drive mit 70 Parkbuchten um die immer wieder gigantische Aussicht nach Ost und West zu genießen. Ich war früh unterwegs, es hing noch viel Feuchtigkeit aus der Nacht in den Wäldern, eine tolle Stimmung.

Es war eine gemütliche Fahrt, maximal 50 km/h sind erlaubt und die Parkranger sind zwar aus meiner Erfahrung aus vergangenen Jahren eine eher freundliche Polizei, aber, „stick to the rules“. Ganz zu Beginn „So viel Wald“ weiterlesen

Gettysburg

Das war ein Schlachtfeld, bzw. ein Ausschnitt, vor über 150 Jahren, Anfang Juli 1863. Und das was quer durch das Bild geht, sind Holzbarrikaden, die das Vorrücken der Infanterie verhindern sollte. Auf mehreren Quadratkilometern nahe der kleinen Stadt Gettysburg standen sich 160.000 Soldaten der konföderierten Südstaaten den Truppen der Union gegenüber. Es sollte die größte Schlacht auf dem nordamerikanischen Kontinent bis zum heutigen Tag werden. Am Ende, nach drei Tagen, waren fast 45.000 Soldaten tot, verwundet, vermisst oder gefangen. „Gettysburg“ weiterlesen

Mit dem Scooter bei den Amish

Nur eine Autostunde von Philadelphia entfernt liegt das Lancaster County, Heimat von rund 37.000 Amish People. Bis heute leben sie ihren traditionellen Lebensstil, wie seit 250 Jahren, als ihre Vorfahren aus der Schweiz, aus der Pfalz und dem Rheinland aus Glaubensgründen auswanderten. Während ich am Abend an diesem Text schreibe, höre ich von der Straße das Hufgetrappel der „Buggies“, der einspännigen Pferdekutschen, die sich hier normal im Verkehr zwischen den Autos und den riesigen Trucks bewegen.

Ich halte hier mal keine Vorlesung über die Amischen und dass sie bis heute noch einen altertümlichen deutschen Dialekt sprechen. Aber es ist absolut verblüffend, das Nebeneinander von Tradition und Moderne zu erleben.

Von dem beschaulichen Städtchen Strasburg aus organisiert die gleichnamige Firma Ausflüge mit Motorrollern. Eine kleine Einweisung zu Beginn „Mit dem Scooter bei den Amish“ weiterlesen

Geschichte ohne Bild, aber mit Happy End

Eins darf ich hier nicht auslassen. Aus naheliegenden Gründen existiert davon kein Foto. Die Einreise in die USA ist ja immer spannend, sind es lange Schlangen, die einen erwarten, wie ist die Stimmung des Herrn von Customs and Border Protection? Hoffentlich ist alles o.k., macht er die Schranke für Dich auf?

Also, es gab keine Schlange, ungewöhnlich genug. Der Herr von CBP war korrekt, fast freundlich. Und freundlich übergab er meinem Pass einem weiteren Officer und erklärte etwas von „secondary inspection“. Und schon sass ich abseits in einem Warteraum mit etlichen anderen Ausländern und überlegte, was ich in den letzten 30 Jahren bei Besuchen der USA eventuell für Sünden begangen haben könnte. Vorne thronten erhöht drei Officers und überblickten nicht unfreundlich die Schar derjenigen, für die die Schranke nicht sofort aufgegangen war. Einzeln wurden die Menschen nach vorne gerufen, Wortfetzen waren zu hören, „have you ever been arrested“… nein, definitiv nicht, weder daheim noch in den USA. Nach 20 Minuten hörte ich ein „Thomas“, mit der Aussprache meines Nachnamens kämpfen nicht nur Amerikaner. Ohne weitere Nachfrage erhielt ich meinem Pass mit schönem Stempel. Wegen trockener Finger waren meine Abdrücke nicht gut zu identifizieren gewesen. Uff. Positiv an der Wartezeit: ich musste nicht im Stehen am Band auf mein Gepäck warten. Das kam dann nach wenigen Minuten auf dem Band herangefahren.