Noch ’ne Baustelle

Baustelle Filstalbrücke, Februar 2018

Es ist ein frostiger Sonntagmorgen, ca. 10.30 Uhr. Zusammen mir rund 15 Neugierigen stehe ich hoch über dem Filstal, hinter mir die zwei Röhren des Boßlertunnel. In der Ferne rauscht der Autoverkehr über die A8 in Richtung Ulm über das alte Viadukt, vor mir die Baustelle der zwei Eisenbahnbrücken über das Filstal, auf der anderen Seite des Tals sieht man noch die zwei Tunneleingänge des Steinbühltunnels. Alles im Zuge der Eisenbahnschnellstrecke zwischen Ulm und Stuttgart. Wenn irgendwann in den 20-er Jahren hier die ICE mit 250 km/h durchpfeilen, haben die Passagiere 7 Sekunden Zeit, das Filstal zu bewundern. Raus aus dem Berg, auf die Brücke, rein in den Berg, in der Form, gibt es das in Deutschland kein zweites Mal. Und weil es zwei Tunnel sind, durch die die Bahn fahren wird, werden auch, nah beinander, zwei parallele Brücken gebaut. Kein Platz, um die Gleise auf eine Brücke zu lenken.

Baustelle Filstalbrücke, Februar 2018

Vom Talboden sieht man schon die schlanken Betonpfeiler in die Höhe wachsen, die Stahltürme sind nur Hilfskonstruktionen, sie werden wieder abgebaut. Ende 2018 soll die erste Brücke fertig sein.

Die Führung findet hoch oben über dem Filstal auf der nördlichen Seite der Baustelle statt. Hier beginnen die zwei Röhren des Boßlertunnels, 8,8 km weiter unten, in Aichelberg, kommen die Züge dann in Zukunft wieder aus dem Berg geschossen.

Boßlertunnel, Fahrtrichtung Ulm

Eine der beiden Tunnel ist schon fertig, der rechte, in Richtung Stuttgart. Was heisst fertig, er ist gebohrt, mit Beton ausgekleidet und mit den sog. Tübbingen zu einer stabilen Röhre ausgebaut, die auch dem Druck des Albgesteins standhalten kann. Was noch fehlt, ist der Fahrweg, die Gleise, der Fahrdraht….. Aber, wenn man hier knapp 9 km hinunterläuft, kommt man in Aichelberg raus.

Boßlertunnel Fahrtrichtung Stuttgart

Meine Münsteraner Freunde werden sich angesichts des unten abgebildeten Käfigs an die Wiedertäufer-Käfige an der Lambertikirche erinnern. Hier ist es viel harmloser. Um auf die Baustelle der hohen Pfeiler zu gelangen, kann man natürlich über die endlosen Stufen der Gerüste klettern. Schneller, allerdings auch atemberaubender, geht es mit dem Käfig, den ein Kran dann in Höhe zieht.

Aufzugskammer

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